Erst mal: Ruhe bewahren
Ein kleiner Riss oder ein Nadelloch bedeutet nicht das Ende des Teils. Latex lässt sich kleben, und zwar dauerhaft, schließlich sind fast alle Teile ohnehin geklebt statt genäht. Wichtig ist nur eins: ab jetzt nicht mehr tragen. Unter Spannung wird aus jedem Mini-Riss schnell ein langer.
Was du brauchst
- Speziellen Latexkleber (Kontaktkleber für Naturkautschuk, gibt es bei Latex-Shops und Manufakturen)
- Ein Stück passendes Sheet-Latex als Flicken, idealerweise in Farbe und Stärke des Teils
- Etwas zum Entfetten der Klebestelle und ein sauberes, glattes Werkzeug zum Andrücken
- Einen gut belüfteten Raum, die Kleber sind lösungsmittelbasiert
Das Grundprinzip
Vorbereiten
Die Stelle reinigen und komplett entfetten, trocknen lassen. Auf Politur- und Silikonreste achten, auf ihnen hält kein Kleber.
Kleben
Kleber dünn auf beide Flächen auftragen, ablüften lassen, bis er nicht mehr feucht glänzt, dann Flicken oder Risskanten exakt zusammensetzen und kräftig anpressen. Kontaktkleber verzeiht kein Verrutschen, also ruhig arbeiten.
Ruhen lassen
Mindestens 24 Stunden liegen lassen, ohne Spannung und ohne Tragen. Danach ist die Klebung meist so stark wie das Material selbst.
Wann es zum Profi gehört
Risse an Nähten und Reißverschlüssen, große Löcher, poröse Stellen und alles, was mit Passform zu tun hat, gehört in die Hände einer Manufaktur oder eines Reparaturservices. Dasselbe gilt für chloriertes Latex: Auf der behandelten Oberfläche haftet Kleber deutlich schlechter, hier lieber anfragen statt experimentieren.
Vorbeugen ist billiger
Die meisten Schäden entstehen beim Anziehen: lange Nägel, spitze Ringe, Hektik. Anziehhandschuhe und die richtige Technik verhindern fast alle Reparaturfälle, bevor sie passieren.
- Sofort pausieren, sobald ein Riss auffällt
- Speziellen Latexkleber verwenden
- Klebestelle gründlich entfetten
- 24 Stunden Geduld nach dem Kleben
- Sekundenkleber oder Textilkleber
- Mit Riss weitertragen
- An chloriertem Latex selbst kleben
- Auf polierter oder fettiger Fläche arbeiten